Nicht alleine am Matterhorn


In jedes Bildarchiv eines Landschaftsfotografen gehört nun mal ein Bild vom Matterhorn.

Nur leider, und das erwartete ich, ist man da nicht der Einzige. Nur kam es schlimmer als ich es mir vorstellen konnte. Eine Fotoschule, alle mit gleicher Nikon, Filtersatz, zu grossem Fotorucksack und viel zu gosser fachsimpelnder Klappe. Wenn ich was nicht mag, sind es Fotoamateure, welche glauben mit einer teuren Kamera und mit auswendig gelernten unnötigen Fachbegriffen, sei man jetzt ein grosser Fotograf. Nicht alle, denn da gibt es wirklich sehr grosse Talente darunter.
Nicht genug, dann kam auch noch eine Gruppe Chinesen mit noch teueren Mittelformatkameras. Das Wort Rücksicht existierte bei jenen Leuten wohl nicht. Und dann? Nach nicht einmal einer Stunde hatte der dicke Kursleiter hunger, seine Kursteilnehmer und auch die Chinesen trampelten ihm hinterher und ich war wieder alleine mit dem Matterhorn. Ach ja, natürlich lässt man allen Abfall liegen.

Nach einer ruhigen wunderschönen Nacht im Zelt, stehe ich alleine mit einer Tasse Kaffe am Stellisee und mache meine Bilder. Doch der Tross mit aufgeschnallten Stirnlampen nähert sich bereits schon wieder. Im Schlepptau schon wieder die Chinesen. Eine Dame stellt ihre zu teure Leica gleich neben meiner Kamera, Gehäuse an Gehäuse auf. Das ginge ja noch, aber die Dame aus China schüttet auch gleich noch meinen Kaffe aus. Und wieder nach rund 30Minuten, der Dicke friert jetzt, kehrt wieder Ruhe ein.

Was war das schon wieder? Eine Begegnung der dritten Art? Wer war jetzt hier das Alien? Die Angeber vom Fotokurs, die Chinesen, ich? Ich denke wir alle, denn wir sind in den Bergen nur Gäste und sollten uns dort in jedem Fall mit Anstand und der nötigen Ehrfurcht bewegen.

Aber irgendwie hat es Spass gemacht.